Digitale Technologien als Chance für ältere Menschen in der Covid19-Pandemie!?

Am 2. Dezember 2020 von 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr diskutieren Mitglieder der Altersberichtskommission zusammen mit Dagmar Hirche (Wege aus der Einsamkeit e.V.) und Janina Stiel (BAGSO) über den Beitrag digitaler Technologien für das Leben älterer Menschen in der Covid19-Pandemie. Dies ist die zweite Veranstaltung in der Online-Veranstaltungsreihe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zum Achten Altersbericht. Sie können die Veranstaltung im Livestream verfolgen und über den Live-Chat Fragen stellen.

Auftaktveranstaltung zum Achten Altersbericht

Zum Auftakt einer Veranstaltungsreihe des BMFSFJ zum Achten Altersbericht diskutierten am 5. November 2020 Mitglieder der Sachverständigenkommission und ein Vertreter der Seniorenabteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Fragen zum Achten Altersbericht. Bundesseniorenministerin Dr. Franziska Giffey eröffnete die live gestreamte Videokonferenz mit einem Grußwort. In Kürze finden Sie hier ein Video mit einer Zusammenfassung der Veranstaltung sowie Antworten auf einige der während der Veranstaltung gestellten Fragen.

In 2020 und 2021 finden im Rahmen der Veranstaltungsreihe insgesamt sechs Online-Veranstaltungen statt.

 

Prof. Dr. Andreas Kruse über den Achten Altersbericht

Im Achten Altersbericht „Ältere Menschen und Digitalisierung“ steht die Bedeutung digitaler Technologien für ältere Menschen im Mittelpunkt. Im Bericht werden die Entwicklung, Verbreitung und Nutzung digitaler Technologien in den Lebensbereichen Wohnen, Mobilität, soziale Integration, Gesundheit, Pflege und Sozialraum betrachtet. Der Vorsitzende der Achten Altersberichtskommission, Prof. Dr. Andreas Kruse, stellt in einer Videobotschaft den Achten Altersbericht vor.

Online-Veranstaltungsreihe des BMFSFJ zum Achten Altersbericht

Um die zentralen Themen, Erkenntnisse und Empfehlungen im Achten Altersbericht bekannt zu machen und in die öffentliche Diskussion zu bringen, veranstaltet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine Online-Veranstaltungsreihe zum Achten Altersbericht. In 2020 und 2021 finden insgesamt sechs Veranstaltungen in dieser Reihe statt.

Pressekonferenz zum Achten Altersbericht

Der Achte Altersbericht wurde bei einer Pressekonferenz am 12. August 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt, die Pressekonferenz wurde live übertragen. Sehen Sie hier die Aufzeichnung.

Ältere Menschen und digitale Technologien in der Corona-Pandemie

Die Achte Altersberichtskommission betont die Bedeutung digitaler Technologien für das Leben älterer Menschen in der Corona-Pandemie. Lesen Sie hier das Positionspapier der Kommission.

Informationen des BMFSFJ über den Achten Altersbericht

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) stellt auf seiner Website Informationen rund um den Achten Altersbericht bereit.

Kurzfassung des Berichts

Die wichtigsten Aussagen, Ergebnisse und Empfehlungen des Achten Altersberichts sind in einer Broschüre zusammengefasst.

Statements der Kommissionsmitglieder zum Altersbericht:

Prof. Dr. Birgit Apfelbaum

Für mich liegt der besondere Wert des Achten Altersberichts darin, Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft eine Handreichung zu übergeben, die den reflektierten Umgang mit Herausforderungen der Digitalisierung orientieren kann. Im Bericht wird danach gefragt, wie unterstützende Rahmenbedingungen für digitale Teilhabe und Souveränität älterer Menschen gestaltet werden können. Hier geht es ebenso um die zielgruppenorientierte Entwicklung und Integration digitaler Anwendungen in vertraute Alltagsabläufe wie um die qualitätsgeprüfte Konzeption attraktiver Lern- und Beratungsorte, insbesondere für jene, die (noch) kompetente Begleitung auf ihrem Weg benötigen.

Prof. Dr. Britta Böckmann

Der Achte Altersbericht behandelt mit dem Fokus auf Digitalisierung ein bereits heute, stärker noch in der Zukunft, sehr wesentliches Thema. Dabei ist es gelungen, die unterschiedlichen Perspektiven der Kommissionsmitglieder unter der Prämisse zu vereinen, dass der Mensch und seine Bedürfnisse Maßstab aller Entwicklungen sein müssen. Damit kann der Bericht insbesondere der Industrie und Politik mit seinen beschriebenen Szenarien und Herausforderungen ein wertvoller Handlungsleitfaden sein, um gemeinsam die Digitalisierung als echte Chance zu begreifen und zu gestalten.

Prof. Dr.-Ing. Andreas Hein

Der Achte Altersbericht zeigt deutlich, welche Potenziale und Möglichkeiten sich älteren Menschen durch die digitalen Technologien eröffnen. Sie können Kommunikation über große Distanzen ermöglichen und alltägliche Abläufe vereinfachen. Es wird aber auch deutlich, dass sich die Technik möglichst nahtlos in die Lebenswelt integrieren, sich an ihre Nutzer und Nutzerinnen anpassen und sich auch an ethischen und sozialen Grenzen von (technischen) Eingriffen orientieren muss. Für mich als Ingenieur sind das sowohl große als auch lohnende Herausforderungen, die bei der Entwicklung von selbstlernenden Assistenzsystemen beachtet werden müssen.

Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler

Der Achte Altersbericht adressiert nicht zuletzt auch ganz wesentliche Fragen einer verbesserten Betreuungs-, Begleitungs- und Versorgungsqualität unter Bedingungen von Pflegebedürftigkeit durch digitale Anwendungen sowie der Unterstützung und Entlastung von informell und professionell Pflegenden und komplexeren Pflegearrangements durch technische Systeme. Die Weiterentwicklung der Pflege in Deutschland über reflektierte soziotechnische Innovationen muss als eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung verstanden werden. Der Achte Altersbericht zeigt den Stand der Entwicklung auf und liefert wichtige Impulse für eine verantwortliche Entwicklung in diese Richtung.

Dr. Sibylle Meyer

Im Achten Altersbericht haben wir beschrieben, wie wichtig gerade für ältere Menschen die Digitalisierung in den eigenen vier Wänden ist: Heutzutage müssen Wohnungen nicht nur komfortabel und barrierefrei sein, sondern ebenfalls durch digitale Technik die Gesundheit und das Wohlbefinden unterstützen. Covid-19 hat uns unübersehbar vor Augen geführt, wie wichtig der digitale Kontakt zu Familie, Freunden und Verwandten, Gruppen und Vereinen ist. Alt und Jung mussten lernen mit Videoplattformen umzugehen, um sich zumindest digital nahe sein zu können. Voraussetzung dafür ist die digitale Grundausstattung zu Hause. Dazu gehört als Basis der Zugriff auf eine ausreichende Internet- und WLAN-Verbindung und entsprechende Endgeräte (Laptop, Tablet, Smartphone etc.). Dies gilt nicht nur für Privatwohnungen und Servicewohnen, sondern ebenfalls für Patientenzimmer in Alten- und Pflegeheimen. Ich wäre froh, wenn der Achte Altersbericht eindrücklich auf diese Notwendigkeiten hinweist und entsprechende Initiativen befördert.

Jun.-Prof. Dr. Claudia Müller

Der Achte Altersbericht hat die wichtige Funktion, Digitalisierungs- und Innovationsdiskurse für unsere größte gesellschaftliche Gruppe, die der älteren Menschen, zu sensibilisieren und zu öffnen. Lebenswerte digital gestützte Zukünfte können nur miteinander gestaltet werden – von Technikforschenden, Unternehmen, Organisationen, politischen Akteuren und den zukünftigen Nutzenden der neuen Technologien. Der Bericht bildet hierfür eine wichtige kommunikative Brücke zwischen den Interessensgruppen. Es gilt für alle Generationen: Wir benötigen nutzer- und alltagsgerechte Lern- und Aneignungsräume. Der Achte Altersbericht zeigt die aktuell bestehenden Möglichkeiten, aber auch Hindernisse auf, die überwunden werden müssen, damit Menschen aller Altersstufen sich digitaler Medien bedienen und diese nach eigenem Wunsch und Interesse in ihre jeweiligen Lebenswelten einpassen können.

PD Dr. Helga Pelizäus

Nicht erst seit Covid-19 ist bekannt, dass der kompetente Umgang mit digitaler Technik eine Schlüsselkompetenz ist, die die Chancen auf Selbstständigkeit, Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe prägt. Aber die Krise führt uns besonders eindringlich vor Augen, wie wichtig es ist, auch und gerade älteren Menschen den Zugang zu digitaler Technik zu ermöglichen, um auch für sie gesellschaftliche Teilhabe und Unterstützung sicherzustellen. Der Achte Altersbericht zeigt auf, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um ältere Menschen zu einem selbstbestimmten, sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitaler Technik zu befähigen, um ihnen zu digitaler Souveränität zu verhelfen.

Prof. Dr. Clemens Tesch-Römer

Die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig die persönliche Begegnung mit anderen Menschen ist. Digitale Technologien ermöglichen Kommunikation auf Abstand, für Jüngere und für Ältere. Doch nicht alle älteren Menschen haben Zugang zum Internet. Es kommt leider immer noch auf Geld und technische Kompetenzen an. Die Forschung zeigt aber auch, dass sich digitale Kommunikation vor allem dann positiv auswirkt, wenn Beziehungen zu Familie und Freunden vorhanden sind. Für die Bekämpfung sozialer Isolation und Einsamkeit im Alter reicht das Internet nicht aus, es bedarf der Unterstützung in der realen Welt.

Prof. Dr. Hans-Werner Wahl

Für mich hat die Covid-19-Krise noch einmal sehr deutlich gezeigt, dass Digitalisierungsimpulse und intelligente Technologien in Deutschland das höhere Lebensalter noch zu wenig erreicht haben. Wenn der Achte Altersbericht hier den einen oder anderen Anstoß zur Verbesserung dieser Situation geben kann, wäre ich schon voll zufrieden.

Die Kommission